Vereinigtes Königreich

Vereinigtes Königreich

Trotz des umstrittenen Brexits: In Rankings der weltweit beliebtesten Reiseziele belegt Großbritannien zuverlässig die vordersten Plätze. Liegt es an den Beatles, an Adele und vielen anderen Weltstars, die diese Kultur hervorgebracht hat? Oder am englischen Königshaus und seinen Mitgliedern, deren Schicksal Millionen weltweit bewegen? Fraglos verdankt sich der gute Ruf Englands auch Oxford und Cambridge, die zu den besten Hochschulen der Welt zählen. Sprichwörtlich ist zudem die Höflichkeit der britischen Bevölkerung, ihre Liebe für alles Schrullige und Originelle und ein anarchischer Witz, der vor der eigenen Person nicht Halt macht: Qualitäten, die im Ausland ebenso verehrt wie gefürchtet werden.

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Sprache

Was im Ausland weitgehend unbekannt ist: Das Standardenglisch oder „Queens English“, das im Programm der BBC zu hören ist, wird lediglich in der britischen Oberschicht gesprochen, die nur drei Prozent der Bevölkerung ausmacht. In der Realität kommt es selten in Reinform vor und kann je nach Region stark variieren. Über 37 Akzente und Dialekte zählt man auf den Inseln des Vereinigten Königreichs. Die starren Grenzen der Klassengesellschaft zeigen sich an der Bedeutung kommunikativer Codes: In Großbritannien verrät die Art, wie jemand spricht, nicht nur etwas über die Heimat. Aussprache und Wortwahl gelten auch als Ausweis der sozialen Herkunft und markieren eine klare Zugehörigkeit. Ein Beispiel dafür sind die Marktschreier in Londons Süden, die ihren Cockney-Dialekt der Londoner Arbeiterklasse mit Stolz kultivieren.

Essen

Erlaubt ist, was schmeckt: Nach dieser Maxime frittieren viele Briten neben Fish ’n‘ Chips (panierter Fisch mit Pommes Frites) selbst Schokoriegel im Bierteig. Doch so hartnäckig sich der Ruf einer tendenziell fett- und zuckerreichen Ernährung hält: Die britische Hausmannskost hat Konkurrenz bekommen. Die jüngere Generation liebt zwar noch Klassiker wie „Sunday Roast“ (Roastbeef) mit Yorkshire Pudding, Kartoffeln und Gemüse, wählt aber immer häufiger auch vegetarische Alternativen, zum Beispiel auf den boomenden Street-Food-Märkten. Ein Exportschlager ist die Teatime, eine ritualisierte Teestunde, bei der auch Lachs- oder Gurkensandwiches nicht fehlen dürfen. Ebenfalls dabei: Scones, ein Buttergebäck, das – kombiniert mit Orangenmarmelade und „Clotted cream“ (Streichrahm) – traditionell dazu gehört.

Geschichte

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien umfasst neben England, Schottland und Wales auch Nordirland. Dennoch reichen die Anfänge der britisch-irischen Konflikte und der Wunsch nach Separation beziehungsweise Souveränität bis ins 12. Jahrhundert zurück. Im Kern geht es um die Frage nach nationaler Unabhängigkeit. Diese Thematik spielte auch beim Verlassen der EU – dem Brexit – eine zentrale Rolle. In der parlamentarischen Monarchie, in der mit dem House of Commons (Unterhaus) und dem House of Lords (Oberhaus) die zwei Kammern des Parlaments und der Premierminister im politischen Zentrum stehen, übernimmt Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt weitgehend repräsentative Aufgaben.

Währung

Weil Großbritannien kein Mitglied der Eurozone ist, hat es eine eigene Währung, das britische Pfund, das 100 Pence (p) entspricht. Schottland wiederum gibt eigene Pfund-Sterling-Banknoten aus, die zwar denselben Wert haben wie die englische Ausführung, aber außerhalb Schottlands eher unbeliebt sind. Selten angenommen werden im gesamten Königreich übrigens Reisechecks. Kreditkarten dagegen sind gängig, wenn auch nicht in allen kleinen Geschäften. Statt einer Unterschrift nutzt man in Großbritannien das „Chip & PIN“-System, weshalb es sich empfiehlt, vor Abreise eine PIN bei seiner Bank anzufordern.

Landschaft & Kultur

Der Charme von Großbritanniens Natur, in der kein Ort weiter als 120 Kilometer vom Meer entfernt ist, liegt in der Vielfalt: Im Herzen Englands trifft man auf das hügelige Grün der Codswolds. In den schottischen Highlands sind es zerklüftete Berge und menschenleere, mit Heidekraut bewachsene Täler, während Irland von Seen- und Flusslandschaften und langen Stränden geprägt ist. Reich ist das Land aber auch an Kulturdenkmälern. Dazu zählen nicht nur das British Museum, die Tate Modern und der Buckingham Palace, sondern auch die römischen Bäder von Bath, die Megalithen von Stonehenge und das Inveraray Castle: eines von unzähligen Schlössern und Burgen, für die das Königreich ebenso berühmt ist wie für die unzähligen Whiskysorten, die hier gebraut werden.

Sport & Freizeit

In der Heimat von David Beckham ist Fußball, gefolgt von Cricket und Rugby, die beliebteste Mannschaftssportart. An vielen Internaten und (Hoch-)Schulen misst man sich im Rudern, Hockey und Reiten. Sehr populär ist neben Tennis, Squash und Boxen vor allem Golf, das als Volkssport quer durch alle Bevölkerungsschichten leidenschaftlich betrieben wird. Als englischer Schauplatz des jährlichen Formel-1-Rennens spielt der Motorsport auch eine große Rolle: Die meisten Weltmeistertitel gewannen schließlich britische Rennfahrer. In der Freizeit trifft man sich im Pub zum Dartsport und zur Livemusik. Beliebte Ausflugsziele sind Parks und Gärten, die eine jahrhundertealte Tradition auf der Insel haben: Bis heute zählt die Beschäftigung mit Pflanzen auch unter jungen Menschen zum nationalen Kulturgut und ist mindestens so wichtig wie Fußball.

Funfacts